Topfenknödel mit Mohn | ein glutenfreier Mehlspeisentraum

Aktualisiert: Apr 18

Ich bin mal wieder beim Thema Mehlspeise. Obst- und Topfenknödel von meiner Mama hab ich als Kind abgöttisch geliebt. Dazu wollte ich immer extra viele Brösel - die Knödel mussten quasi unter dem Bröselhaufen begraben sein. Damit es bei den vielen Bröseln nicht zum Erstickungstod kommt, gab es bei uns immer eine große Portion Sauerrahm dazu - gesüßt mit selbstgemachter Marmelade. Wenn ich dran denke, läuft mir jetzt noch das Wasser im Mund zusammen.


In meiner Vorzölizeit hab ich mir keinen Kopf über Brösel gemacht - aus alten, trockenen Semmeln werden halt Brösel gemacht. Glutenfreie "Semmelbrösel" sind aber sehr speziell! Teilweise sind gar keine Semmeln drinnen und wenn doch, dann strotzen sie nur so vor Zusatzstoffen. Darum hab ich das Thema glutenfreie Semmelbrösel für mich abgehakt. Die Brösel ersetze ich durch frisch gemahlenen Waldviertler Mohn, geriebene Nüsse oder Kokosflocken. Schmeckt bestens und kommt ohne jeden Chemie-Schnick-Schnack aus.

Die Herstellung von glutenfreien Topfenknödeln birgt aber noch ein weiteres Problem, denn auch der bindende Weizengries für die Knödelmasse muss durch ein glutenfreies Pendant ersetzt werden. Maisgries, also Polenta ist OK, hat aber eine sehr intensive, gelbe Farbe. In meinem Rezept mische ich Maisgries mit selbstgemahlenem Reisgries im Verhältnis 2:1. Ihr könnt aber gerne beide Griessorten alleine auch verwenden.


Ich bin der Meinung, dass sich das Experimentieren ausgezahlt hat und dass diese Topfenknödel schon sehr nahe an das Original herankommen. Ich bin gespannt, was ihr dazu sagt. Schreibt mir einen Kommentar!


Die Knödelmasse ist zu Beginn sehr weich. Lasst sie jedenfalls eine Stunde ziehen, am besten im Kühlschrank. Für eine bessere Bindung und Formbarkeit habe ich das Flohsamenschalenpulver im Rezept ergänzt. Zum Formen verwendet ihr am besten einen Eisportionierer, den ihr zwischendurch immer wieder in Wasser taucht. Mit einem ebenfalls angefeuchteten Löffel formt die restliche Oberfläche schön rund. Alternativ könnt ihr mit zwei Esslöffeln Nockerl formen. Vor dem Kochen kommen die geformten Knödel auf eine mit Wasser benetzte Dauerbackfolie.

Damit sich die Knödel im Kochwasser nicht auflösen, ist eines ganz wichtig: sie dürfen nur ziehen! Das bedeutet: Wasser zum kochen bringen, Hitze reduzieren, warten bis das Wasser nur noch leicht siedet.

Zutaten für ca. 10-12 Nockerl/Knödel (je nach Größe)

Trockenzutaten:

90 g gf Maisgries + 40 - 50 g Reisgries (je nach Konsistenz, optional auch nur Maisgries)

2 EL Kristallzucker

1 Prise Salz

2 TL Flohsamenschalenpulver (von FiberHUSK)

etwas Zitronenabrieb

Nasszutaten:

2 Eier

500 g Magertopfen (Option: laktosefrei)

40 g geschmolzene Butter

Mohn-Zucker-Gemisch:

200 g gemahlener Mohn

40 g Zucker

etwas Zimt

etwas Vanillepulver

Für die Himbeersauce:

2 Tassen (à 240 ml) Himbeeren

2 vollreife Bananen

Zubereitung

  1. Die zwei Eier mit dem Zucker schaumig rühren.

  2. Die geschmolzene (aber nicht mehr heiße) Butter, den Topfen, Zitronenabrieb und etwas Salz unterrühren. Mais- und Reisgries mit dem Flohsamenschalenpulver mischen und ebenfalls unterrühren. Ich mahle den Reisgries selbst mit meiner Komo-Getreidemühle.

  3. Knödelmasse mind. 1 Stunde im Kühlschrank ziehen lassen.

  4. Inzwischen den Mohn reiben/quetschen und mit Zucker, Zimt und Vanille mischen.

  5. Leicht gesalzenes Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen.

  6. Aus der Masse mit 2 Esslöffeln oder einem Eisportionierer Nockerl bzw. Knödel formen und ins leicht siedende Kochwasser setzen.

  7. Darauf achten, dass das Wasser nicht wallend kocht, sonst zerfallen die Nockerl/Knödel!

  8. Knödel/Nockerl ca. 15 min ziehen lassen.

  9. Mohn-Zucker-Gemisch in eine große Pfanne geben. Herdplatte auf niedriger Stufe temperieren.

  10. Knödel/Nockerl mit einem Siebschöpfer aus dem Wasser holen und vorsichtig im Mohn wälzen.

  11. Für die Himbeersauce frische oder aufgetaute Himbeeren zusammen mit den Bananen im Multizerkleinerer pürieren.

  12. 2 EL Himbeersauce auf den Teller geben, Knödel/Nockerl darauf setzen.

  13. Nach Belieben zusätzlich garnieren und dann - GENIESSEN!

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