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Südtirol ist immer eine Reise wert

Mindestens einmal im Jahr "müssen" wir nach Südtirol - sonst fehlt einfach etwas! So verwundert es nicht, dass es Leute gibt, die behaupten, dass Südtirol quasi unsere zweite Heimat sei. Es stellt sich also die Frage, was diese Region so attraktiv für uns macht.

 

Ok, fangen wir mit den Bergen an - die gibt es ja bekanntlich auch bei uns im Salzburger Land - aber ihr müsst zugeben, die Dolomiten, der Rosengarten, das Latemar, die Lagorai, die Sella, der Ortler, um nur einen Bruchteil zu nennen, sind schon sehr beeindruckend.  Sich in diesen Bergen zu bewegen, auf Skiern, mit dem Rad oder zu Fuß, hinterlässt bleibende, unvergessliche Erinnerungen.

 

Wir schätzen auch die Einsamkeit abseits der Hot Spots (= Liftanlagen, Hütten), das meist bessere Wetter, die Südtiroler Gastfreundschaft, die Mountainbike-freundliche Ausrichtung und nicht zuletzt - das herrliche Essen! Was für ein Pech, dass ich Zöli bin und auf Schlutzkrapfen & Co verzichten muss!

Diese Aussage stimmt oft, aber nicht immer - vor allem dann nicht, wenn man das Wander- und Wellnesshotel Drumlerhof in Sand in Taufers im Ahrntal besucht. All jenen, die Mitglied des österreichischen Zöliakieverbandes und aufmerksame Leser der Zeitschrift Zöliakie aktuell sind, ist der Drumlerhof sicherlich ein Begriff, weil dort regelmäßig Werbeinserate geschalten werden.

 

Für mich war klar, sollte ich jemals ins Ahrntal auf Urlaub fahren, gönne ich mir ein Essen im Restaurant dieses Hotels. Gesagt, getan - kurz vor unserem Urlaub habe ich noch die Öffnungszeiten angefragt, mich im Mail als Glutenfrei-Bloggerin "geoutet" und mich zur Vorbereitung durch die Webseite des Hotels gelesen.

 

Im umgehenden Antwort-Mail erhielt ich die Auskunft, dass das Restaurant täglich von 12:00 bis 14:00 und von 18:30 bis 21:00 geöffnet hat und die Chefin des Hauses, die selbst Zöliakie-Betroffene ist, sich Zeit für ein Kennenlernen nehmen würde. WUNDERBAR!

Wenn ihr euch fragt, warum wir nicht das ganze Programm, also Übernachtung im Hotel inkl. Halbpension gebucht haben, dann ist das leicht erklärt. Wir schätzen den Urlaub am Bauernhof, die Unabhängigkeit, was Aufstehen und Essenszeiten betrifft, die Ruhe und die Möglichkeit, unsere Sportkleidung waschen & zu trocknen zu können.

 

Aber nun zurück zum Drumlerhof, der sich im Zentrum von Sand in Taufers, aber dennoch in ruhiger Lage befindet. Das Restaurant verwöhnt nicht nur die Hotelgäste,  sondern auch all jene, die zum à la carte-Essen vorbeikommen. Die Gaststube ist rustikal - geschmackvoll eingerichtet. Die Verbindung zwischen Tradition und Moderne gelingt im Drumlerhof mühelos und unaufdringlich.

Der Drumlerhof ist seit 20 Jahren glutenfrei - es steckt also sehr viel Erfahrung und Wissen in den dargebotenen Gerichten, im selbstgemachten Brot & Gebäck und in den fabelhaften Mehlspeisen. Als Zöli kannst du hier also einen unbeschwerten und genussvollen Urlaub verbringen oder auch "nur" ein tolles Essen genießen.

 

Alle Gerichte auf der Speisekarte sind immer auch glutenfrei erhältlich - egal, ob Suppen, Nudeln, Gnocchi, Knödel, Fleisch, Fisch, Desserts. Zum Gruß aus der Küche - in unserem Fall war das ein herrlich g´schmackiges Auberginenmus - gab es selbstgemachtes Gebäck. Vor allem das dunkle Weckerl war mindestens genauso gut wie das Original Vinschgerl.

 

Weil wir die Woche mit den arktischen Temperaturen erwischt haben, musste für mich zum Start eine Suppe auf den Tisch. Die Kartoffelcremesuppe mit Topinambur-Chips war also mein 1. Gang und wohltuender Magenwärmer. Auch beim "Primo" bin ich der Kartoffel treu geblieben - in geräucherter Form war sie nebst Ricotta die Fülle für die von mir bestellten Tortelli. Dazu gab es geröstete Artischocken - ich kann euch nur sagen - eine durch und durch gelungene Kombination.

Nach Gruß, Gebäck, Suppe, Teigtaschen und Salat vom Buffet war leider kein Platz mehr für ein Dessert - schließlich muss das ganze vor der Nachtruhe auch noch wohlverdaut werden. Zum Trost hab ich mir sagt, dass es ja hoffentlich ein nächstes Mal gibt!

 

Zu meiner großen Freude hat sich Frau Innerhofer nach unserem Essen noch Zeit für ein paar Fragen genommen.

 

Alexandra: Seit wann ist der Drumlerhof glutenfrei und wie haben Sie das umgesetzt?

 

Fr. Innerhofer: Ich bin ja selbst betroffen - die Krankheit wurde bei mir vor ca. 20 Jahren diagnostiziert - kurze Zeit später entstand die Idee, die Küche im Drumlerhof um das Angebot glutenfreier Speisen zu erweitern. Ich hatte das Glück, dass damals ein ungarischer Koch bei uns im Haus angefangen hat, der offen und bereit dazu war, mit mir gemeinsam diesen Weg zu gehen. Wir haben uns das Wissen und die Fertigkeiten zum glutenfreien Backen und Kochen Schritt für Schritt angeeignet.

 

Alexandra: Wo holen Sie sich die Inspiration zu den Gerichten, wo das Wissen, wie glutenfrei gut gelingt und auch schmeckt?

 

Fr. Innerhofer: Es ist ja nicht so, dass jedes Rezept eine Eigenkreation ist. Mittlerweile habe ich aber eine gewisse Perfektion darin entwickelt, glutenhaltige Rezepte auf glutenfrei abzuwandeln. Zwischen unserem Start vor 20 Jahren und heute liegen viel Ausprobieren und auch viele Misserfolge. Deshalb ist es mir ein Anliegen, mein Wissen an Betroffene bzw. deren Familienangehörige weiterzugeben. Ich veranstalte Kochkurse und ich habe ein Kochbuch geschrieben, das im April 2019 herauskommen wird. Schwerpunktmäßig geht es in diesem Kochbuch um die Herstellung aller möglichen Teige.

 

Alexandra: Das klingt nach einer wirklich wertvollen Hilfestellung für alle Neu-Zölis. Verwenden Sie bei Ihren Rezepten auch Fertigmehlmischungen?

 

Fr. Innerhofer: Zuerst hatte ich vor, die Rezepte nur mit meinen eigenen Mehlmischungen anzugeben. Fertigmehlmischungen sind aber für den Einstieg in die glutenfreie Küche die einfachere und unkompliziertere Variante.

 

Alexandra: Was würden Sie sagen, wie viele Gäste kommen in Ihr Hotel, weil Sie gluten- und laktosefrei anbieten?

 

Fr. Innerhofer: Der Anteil liegt bei ca. 10 %. Wir werben dafür gezielt in den Zöliakie-Printmedien in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Vom AIC (der italienischen Zöliakiegesellschaft) werden wir in regelmäßigen Abständen unangekündigt kontrolliert und als glutenfreier Betrieb gelistet.

 

Alexandra: Wie managen Sie den Küchenbetrieb? Gibt es bei Ihnen zwei getrennte Küchen?

 

Fr. Innerhofer: Nein, wir haben keine getrennten Küchen. Jedoch erfolgt die Produktion der glutenfreien Teigwaren, Brote, Kuchen in einer separaten Küche. Zur Fertigstellung der Gerichte gibt es einen strikt getrennten Küchenbereich und einen Koch, der nur für die glutenfreien Bestellungen verantwortlich ist. Z. B. werden Saucen bei uns generell glutenfrei gebunden - es würde aber aus meiner Sicht keinen Sinn machen, allen Gästen nur noch glutenfrei anzubieten - außerdem wäre das ein kostspieliges Unterfangen.

 

Alexandra: Eine letzte Frage, wie haben sich Ihre ersten Backversuche gestaltet?

 

Fr. Innerhofer: Katastrophal! Es war der Versuch, ein Brot zu backen. Mein Mann hat gesagt: das ist ein Fall für den Müllentsorgungsbetrieb.

 

Alexandra: Es ist gut zu hören, dass ich mit dieser Erfahrung nicht alleine bin. Heute kann ich darüber lachen. Damals hat es mich zur Verzweiflung gebracht. Ich danke Ihnen für das Gespräch und die Zeit.

 

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